Im Frühjahr 2023 hat die Sanierung des Uttumer Kirchturms begonnen.

Es ist das dritte Großprojekt der Kirchengemeinde nach dem Guss einer neuen Glocke im Jahr 2013 sowie der Orgelrestaurierung im Jahr 2020. Wir berichten auf dieser Seite gelegentlich über den Fortgang der Arbeiten.

Endspurt: Bald wird der Turm eröffnet

Ein Termin für die Eröffnung und Vorstellung des Turms steht bereits fest: 12. Juni 2024. Ein Besuch auf der Baustelle zeigt: Mittlerweile sind auch die Arbeiten in der Turmhalle sichtbar vorangeschritten. Doch um den angepeilten Termin einzuhalten, müssen sich die Handwerker sputen.

Neben der dringend erforderlichen Sanierung des Außenmauerwerks ist die Wiederherrichtung der Turmhalle das zweite große Ziel der Arbeiten am Kirchturm.

Durch die Turmhalle hlndurch betrat man einst die Kirche. Sie war einigermaßen prächtig ausgestattet und ein Gewölbe aus Stein überspannte sie. Der Weg in den Kirchsaal hinein führte von ihr aus durch einen mehrere Meter hohen Rundbogen.

Von alledem ist seit vielen Jahrzehnten nichts mehr zu erkennen. An der Stelle des Rundbogens zur Kirche hinein befindet sich eine massive Mauer. Sie war in den 1930er Jahren aus statischen Gründen eingezogen worden. Bereits lange zuvor hatte die Turmhalle ihre Funktion als Eingang zur Kirche verloren. In den 1970er Jahren wurde in ihrem Inneren eine Leichenhalle eingerichtet; darüber wurde ein Zwischenboden eingezogen, der jedoch kaum genutzt wurde.

Ziel der Arbeiten im Inneren des Turms ist es, die ehemalige Turmhalle als solche wieder erkennbar zu machen. So sind die Leichenhalle und der Zwischenboden entfernt worden, und wer nun durch eine der beiden Außentüren den Turm betritt, erhält immerhin eine Ahnung von der einstigen Höhe und Pracht.  

Hier und da Ist noch zur tun: Ein kleines Gerüst steht noch, eine Scheibe war beim Einsetzen zu Bruch gegangen, die Eingangstüren warten auf einen Anstrich und allerlei Kleinigkeiten mehr wären zu nennen. Aber noch ist ein bisschen Zeit bis zum 12. Juni.

30.05.2024 Hartmut Schaudinn


Ohne Gerüst und neuerdings verglast

Im Lauf des Februars 2024 ist das Gerüst rund um den Kirchturm abgebaut worden. Lang genug hat es den Kirchturm "geschmückt".

Und das Ergebnis? Unbefangenen Betrachter*innen des Turms mögen die zahlreichen Ausbesserungen und Erneuerungen kaum oder gar nicht ins Auge fallen. "Sieht das denn viel anders aus als vorher?" Ja, das sieht es, sofern man sich noch an all die Risse, Brüche, Auswaschungen, Bewachsungen und rostigen bz. durchgerosteten Maueranker erinnert.

Absolut neu und wahrscheinlich dennoch leicht zu übersehen ist die Verglasung im oberen Bereich der Spitzbogenfenster auf der Nord- wie auf der Südseite des Turms. Die hat es fast 500 Jahre lang nicht gegeben. Was mögen das für zugige und feuchte Zeiten im Inneren der Turmhalle gewesen sein! Und kein Wunder, dass man deren Nutzung aufgegeben hat. Doch nun ist eben vorgesehen, sie ab und an für bestimmte "Events" zu nutzen. Das dürfte vornehmlich in den Sommermonaten der Fall sein. Ganzjährig jedoch wird die Turmhalle zur Aufbahrung von Särgen bei Trauerfällen genutzt werden.

Hartmut Schaudinn, 08.03.2024

 

Fotos von links nach rechts: Rückbau des Gerüsts,Südeingang mit Verglasung (ein Fenster fehlt noch), ,Nordeingang

Alter Turm wie neu

Viel Staub und Getöse auch im Innern

Noch steht das Gerüst rund um den Kirchturm. Allerdings haben sich die Arbeiten längst in das Innere des Kirchturms verlagert. Ziel ist es, die Turmhalle wieder sichtbar zu machen.

Es ist lange her. Doch einst betrat man die Kirche durch Türen auf der Nord- wie auch Südseite des Turms. Beim Eintritt empfing die Besucherinnen eine prächtig ausgestattete Turmhalle. Durch sie hindurch gelangte man in das Kirchenschiff. Verbunden waren beide Gebäudeteile durch einen hohen Rundbogen.

Von alledem ist von der Innenseite der Kirche her gesehen nichts mehr zu erkennen. Der Rundbogen ist nach dem Einsturz der Westmauer des Turms im Jahr 1931 aus statischen Gründen komplett vermauert worden. Links und rechts stützen dicke Betonpfeiler den Turm. Doch bereits zuvor hatte es Veränderungen gegeben. Der Eingang zur Kirche war auf die Ostseite des Kirchenschiffs verlegt worden, die Rundbpgenöffnung zwischen Turm und Kirchenschiff hatte man mit Brettern verschlossen, damit es im Kircheninneren ein bisschen weniger kalt, zugig und feucht war.

Die Turmhalle wurde als solche nicht mehr gebraucht. Ein weiterer Zwischenboden wurde eingezogen und im Erdgeschoss wurde Mitte der 1970er Jahre eine Leichenhalle errichtet. War sie ehedem ein Gewinn, so genügt sie in Größe und Ausstattung heutigen Ansprüchen kaum mehr.

Anfang des Jahres 2024 war es soweit. Mitglieder aus Kirchenrat und Gemeindevertretung und des Uttumrt Jugendtreffs machten sich an die Arbeit. Zwei Wochenenden brauchten sie, um Decken und Wände zurückzubauen. Das ging in Arme und Beine und hat doch Freude gemacht. Auch das Ergebnis macht Freude: Die Turmhalle ist wieder sichtbar. Nun müssen allerdings Fachleute sich daran begeben, Mauerwerk und vieles mehr wieder ansehnlich zu machen.

02.02.2024 H. Schaudinn

Auf diesem Foto ist der Rundbogen zu erkennen, der einst Kirchturm und Kirchenschiff verband. Geblieben ist heute die Tür unten rechts. (Ansicht von der Innenseite des Turms).

Blick in das Turminnere

Die Fotos zeigen von links nach rechts:

Den Eingang von der Südseite in die (nun nicht mehr vorhandene) Leichenhalle.

Die Westseite des Turms mit dem Rundfenster. Unten links stand einst ein kunstvolles schmiedeeisernes Uhrwerk. Es ging durch den Einsturz des Turms verloren.

Den Eingang von der Nordseite. Durch ihn betrat man bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Kirche.

Foto darunter: Die engagierten Helfer


Toornhahntje ist wieder da

 

Nein, diesmal war es nicht wie ehedem. In der Nacht zu Silvester 2006 hatte ein kräftiger Sturm den Hahn von der Spitze des Uttumer Kirchturms in die Tiefe stürzen lassen. Niemand kam zu Schaden, nur der Hahn selbst steckte kopfüber im Wiesengrund des Friedhofs. Er wurde in der Folgezeit restauriert, unter anderem mit Blattgold belegt und kehrte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Februar 2008 auf die Spitze des Turms zurück. Auch die Medien verfolgten das Geschehen aufmerksam. Die aktuelle Stunde des Norddeutschen Rundfunks machte gar ein kurzes filmisches Kriminalstück daraus.

Diesmal hingegen ging es durchaus gesitteter zu. Der Lack war 15 Jahre später wieder einmal ab, oder, konkret formuliert: Das Blattgold wies sichtbare Einwirkungen von Wind und Wetter auf. Und wenn schon der Kirchturm saniert wird, und wenn schon ein Gerüst bis in die höchsten Höhen aufgebaut ist, da liegt es doch nahe, das Uttumer Toornhahntje von 1662 erneu auf Hochglanz zu bringen. Und wenn, was dank der Nähe zum Mehr und der salzhaltigen Luft nicht unwahrscheinlich ist, in einigen Jahren erneut der Glanz verblasst, dann ist es in der Tat Lack, der nicht standgehalten hat, und nicht erneut Blattgold.

So unspektakulär wie er in diesem Jahr von der Spitze des Kirchturms abgenommen wurde, so unspektakulär ist Toornhahntje am 17. November 2023 wieder an seinem angestammten Platz zurückgekehrt. Und wenn das Gerüst um den Turm herum einmal wieder abgebaut ist, dann wird der Blick auf ihn so vertraut sein wie ej und je.

21.11.2023 Hartmut Schaudinn


In der Schwebe

 

Ab und auf, auf und ab: Das ist seit Monaten das tägliche Brot der Männer, die das Außenmauerwerk des Kirchturms sanieren. Vom Erdboden bis in die Spitze des Kirchturms ragt das Baugerüst, und unzählige Male sind sie über die schmalen Leitern Stockwerk für Stockwerk hinauf- und hinabgeklettert.

Diese Arbeit ist fast zu Ende gebracht und es geht im Inneren des Turms weiter. Man ahnt im Vorfeld: Trotz aller Voruntersuchungen kann so ein altes Gemäuer manche Überraschung bescheren, sobald man erst einmal Hand angelegt hat. Und so ist es gekommen: Zwei der wuchtigen und jahrhundertealten Holzbalken müssen erneuert werden. Es ist allein im Wortsinn kein leichtes Unterfangen. Satte 350 Kilogramm bringt jeder der beiden neuen Balken auf die Waage. Die müssen erst einmal in den Kirchturm hinein und sodann hinauf gebracht werden, und zwar ganz ohne Kran, allein mit Flaschenzug und Muskelkraft. Dazu messen sie einige Längenmeter und passen nicht einfach durch die alten Luken in den Böden des Turms, durch die zuletzt im Jahr 2013 eine Glocke ihren Weg nach oben fand. Bei aller Schwere der Arbeit ist Finesse und Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht minder herausfordernd ist es, die alten Balken aus dem Gesims zu lösen und die neuen an ihre Stelle zu platzieren. Hut ab und Daumen drücken!

16.11.2023 Hartmut Schaudinn


Nicht allein das Mauerwerk wird saniert

Nicht zu übersehen: "Der Lack ist ab" (Großansicht nutzen)

Es ist ganz klar: Das Hauptaugenmerk der Kirchturmsanierung gilt für*s Erste dem äußeren Mauerwerk. Doch da das Baugerüst nun mal steht, bietet es sich an, den Blick auf jene Dinge zu richten, die auch zum Kirchturm gehören. Sie befinden sich in schwindelnder Höhe. Und so gut sie auch zu sehen sind: Erreichen kann man sie ohne Gerüst nicht.

Da ist zum einen das Zifferblatt der Uhr. Golden leuchten Zeiger und die Stundeneinteilungen in der Sonne, aber aus der Nähe betrachtet ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Blattgold ist verwittert und an zahlreichen Stellen abgeplatzt. Dank einer Spende wird das Zifferblatt nun auf Hochglanz gebracht. 

Da ist zum anderen die Wetterfahne mit Hahn. Im Jahr 2008 hatte ein Sturm das „Toornhahntje“ von der Spitze des Turms in die Tiefe geweht. Einigermaßen unbeschadet wurde der Hahn - ebenfalls Dank einer Spende - mit Blattgold belegt und unter großem Hallo auf seinen alten Platz zurückbefördert. Die 15 Jahre seither sind auch an ihm nicht spurlos vorübergegangen und also werden Wetterfahne und Hahn in einer Werkstatt auf Vordermann gebracht. So lange ist die Turmspitze verwaist. 

Nicht obenan auf der Liste der zu erledigenden Arbeiten stehen die Schallluken auf allen vier Seiten des Turms. An die Bretter gelangt man auch von der Innenseite des Turms, Doch von außen ist viel besser zu sehen, dass so manches Brett gerissen oder morsch ist. Hier Hand anzulegen ist jedoch aus einem anderen Grund nicht so einfach. Holzart, Brettstärke, Neigungswinkel: all das will sorgfältig ausgewählt und abgewogen sein, denn es hat maßgeblichen Einfluss auf Klang und Reichweite des Geläuts. 

Ungewohnt nahe kommt man Dank des Baugerüsts letztlich der Uhrschlagglocke. „Katharina“ heißt sie und stammt aus dem Jahr 1444. Dass sie in diesen Tagen nicht ertönt, ist nicht ihre Schuld. Denn bei allem Alter gibt es an ihr nichts zu tun als ein Foto aufzunehmen. 

Nicht unerwähnt bleiben darf der herrliche Blick in die Weite der ostfriesischen Landschaft, der sich vom Baugerüst aus bietet, je höher man steigt. Augenblicklich genießen ihn vor allem die fleißigen Maurer - wenn sie sich denn die Zeit dafür nehmen. Doch nach Abschluss ihrer Arbeit wird es sein wie in den Jahrhunderten zuvor: Allein „Toornhahntje“ schaut von seinem Spitzenplatz rundum in die Nähe wie in die Ferne. Er ist ein bisschen stolz darauf. Und so darf man zweifeln, ob er eine Webcam an seiner Seite dulden würde, wie es sie mittlerweile zuhauf an so vielen Orten und Plätzen in aller Welt gibt.  

09. September 2023 Text und Fotos: Hartmut Schaudinn


"Es wird dauern"

Es ist Mitte August und die Arbeiten am Turm sind einige Monate schon im Gange. Ein Blick durch die Sicherungsnetze des Baugerüsts hindurch lässt erkennen, dass an zahlreichen Stellen an der Westseite des Turms die Erneuerung des Mauerwerks bereits vollzogen ist. Doch es ist und bleibt ein mühsames Unterfangen. Reste von Mörtel liegen auf den Gerüstböden, hier und da sind aussortierte Mauersteine aufgehäuft, roter Staub rührt vom passgenauen Zuschneiden der Mauersteine her und überzieht fast die gesamte Westwand.

„Noch ist es ja angenehm, hier draußen zu arbeiten“, sagt einer der Mitarbeiter des mit den Arbeiten beauftragten Unternehmens. Und er hat recht: Die fast europaweite Sommerhitze hat unsere Region bisher verschont. Die Durchschnittstemperaturen liegen sogar knapp unter dem langjährigen Mittel, hat die Emder Wetterstation berechnet. Doch der Herbstanfang ist nur noch einen Monat entfernt, „und dann kann es hier oben auf dem Gerüst ungemütlich werden“. Und erst recht, „wenn es in den Winter hineingeht“, so setzt besagter Mitarbeiter seinen Gedankengang fort.

Sie werden also noch geraume Zeit andauern, die Arbeiten am Turm, wahrscheinlich länger, als manch eine/r im Vorfeld dachte. Und ist das Werk außen einmal vollendet, dann geht es innen weiter. Wie lange es ehedem gedauert hat, den Turm zu errichten? Genaue Zahlen sind nicht überliefert. Doch zweifellos hat sein Bau mehrere Jahre gedauert.

18.08.2023 Hartmut Schaudinn

Foto links: bereits sanierter Abschnitt.

Foto rechts: Der Maueranker ist wieder eingefasst.

Foto links: ein provisorisch eingefügter Stahlträger verhindert, dass das darüberliegende Mauerwerk nachrutscht

Foto rechts: aussortiert!

Fotos: Hartmut Schaudinn


Gelegentlich poltert es recht laut vom Kirchturm her durch das Dorf. An einigen Stellen muss die Außenschale des Mauerwerks entfernt werden. Nicht immer gelingt das Klinker für Klinker, sondern es brechen durchaus größere Partien auf einmal heraus. Die Arbeit ist mühsam und erfordert zugleich ein gehöriges Maß an Umsicht.

Einen Eindruck vermitteln die abgebildeten Fotos. Links ist ein langgezogener Spalt zu erkennen. Hier ist ein stark verwittertes Sandsteinband entfernt worden. Ein neues Band wird derzeit in der Werkstatt angefertigt.

Auf dem Foto rechts ist erkennbar, wie die Außenschale Stück für Stück als Verblender wieder hochgezogen wird. Der Raum dahinter wird mit kleineren, normalen Ziegel vollgemauert, so dass wieder ein massive Mauer entsteht. Gut sichtbar sind auch die quer gemauerten Steine (Taschen) die zur Verbindung der Vormauersteine mit den Hintermauersteinen dient.

18.06.2023 Text und Fotos: Hartmut Schaudinn / Christian Janssen


Turmsanierung: Der Maueranker hält

Der Maueranker hält - wenigstens er, wenn auch alt und rostig geworden. Das umliegende Mauerwerk hingegen muss weichen. Stück für Stück wird es abgetragen. Der zutage tretende Mörtel ist krümelig und locker wie Sand. Duft steigt auf, feucht und muffig. Und es ist kein Wunder: Der Kirchturm weist eine Neigung nach Osten hin auf. Bei Regen rinnt auf der gegenüberliegenden Westseite das Wasser Stein für Stein und Fuge für Fuge den Turm hinab. Und natürlich findet es über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg auch seinen Weg in das Mauerwerk hinein. Frost und Hitze bewirken auf die Dauer ein zerstörerisches Werk.

Schon einmal sind Teile des Turmmauerwerks herausgebrochen. Das soll sich nicht wiederholen. Damals kam kein Mensch zu Schaden, und genauso heute müssen die Friedhofsbesucherinnen und -besucher vor Gefahr geschützt werden. Doch das Einfügen des neuen Mauerwerks ist nicht minder mühsam als das Herauslösen des alten. Und es wird dauern!

Die für die Turmsanierung erforderlichen Ziegel sind ein Sonderformat. Sie werden eigens vom Ziegelwerk Schüring in Gescher gebrannt. Die Kirchengemeinde lädt zur Besichtigung dieser Ziegelei ein. Die Busreise erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

04.06.2023

Text und Foto: Hartmut Schaudinn

Unverpackt war gestern

Wer bei der Bezeichnung „unverpackt“ an einen neuen Verkaufstrend bei Supermärkten denkt, liegt im konkreten Fall falsch. Denn die Rede ist von Uttums Kirchturm. Sieben Arbeitstage vom frühen Morgen bis zum späten Abend hat es gedauert, bis er von unten bis oben von einem Baugerüst umgeben war. Als „Sahnehäuchen“ wurde das Gerüst mit Kunststoffbahnen ummantelt.

Das ganze Werk ist keine Hommage an die Verhüllungsprojekte des Künstlerpaares Christo und Jeanne Claude, sondern dient im Rahmen der Sanierung des Kirchturms der Arbeitssicherheit sowie dem Schutz von Friedhofsbesucher*innen. Mauersteine müssen ausgewechselt werden, Fugen werden ausgekratzt und erneuert: Da wird mancher Schutt zu Boden fallen. Also war mit gutem Grund unverpackt gestern.

Gerne darf man den Bogen noch weiter spannen. Zuletzt umfassend saniert wurde der Kirchturm in der ersten Hälfte der 1930er Jahre, nachdem zuvor große Teile seiner Westmauer eingestürzt waren. Wie Schwarzweißaufnahmen belegen, waren Baugerüste in jener Zeit noch aus anderem Holz als heute - und das im wahrsten Wortsinn und ohne jede Verhüllung. Und wie sich die Generation 60+ erinnern wird, sind unverpackte Lebensmittel und weitere Waren auch beim einstigen Tante - Emma - Laden die Regel gewesen.

Schaut man in die Zukunft, so wird der Uttumer Kirchturm in einigen Monaten wieder enthüllt werden. Der übrige Verpackungsmüll dürfte hingegen nicht so schnell aus der Welt sein.

22. Mai 2023 Hartmut Schaudinn

Kirchturmsanierung wird sichtbar

 

Innen wie außen sind umfangreiche Maßnahmen zum Erhalt des Uttumer Kirchturms erforderlich. Denn seine letzte umfangreiche Sanierung ist vor rund 90Jahren erfolgt. Im Jahr 1931 war ein Großteil der Westmauer herausgebrochen und der gesamte Turm war einsturzgefährdet. Das soll sich nicht wiederholen.

Mitte März 2023 begannen die Arbeiten im Inneren des Turms. Einen sichtbaren Eindruck davon konnte nur gewinnen, wer sich - vornehmlich durch das Kirchenschiff hindurch - seinen Weg in den Turm suchte und die Bodeneinzugstreppe in den ersten Zwischenboden des Turms hinaufstieg. Doch wer macht das schon und wer hat die Gelegenheit dazu? Und so viel zu sehen gab es auch nicht. Fugen wurden ausgekratzt. Eine mühsame Arbeit!

Das hat sich seit dem 8. Mai 2023 geändert. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend sind Gerüstbauer am Werk. Meter für Meter geht es um den Turm herum wie genauso in die Höhe. Die Gerüstbauer arbeiten mit anderen Materialien als noch vor 90 Jahren. Schweißtreibend ist ihre Tätigkeit gleichwohl, zumal an diesem schönen Maitag die Temperaturen erstmals in diesem Jahr die 20 Grad Marke knacken.

08.03.2023 Hartmut Schaudinn

Wenig spektakulär: Die Arbeiten im Inneren des Turms

Turmsanierung beginnt im Frühjahr 2023

Fast 500 Jahre reckt sich der Turm der Uttumer Kirche dem Himmel entgegen. Läuft man darum herum und lässt den Blick hin und her und auf und ab schweifen, so macht er für sein Alter einen passablen Eindruck. Solange hat er Wind und Wetter getrotzt: Warum soll er nicht noch einmal 500 Jahre überdauern?
Doch der Eindruck täuscht. Unübersehbar ist seit jeher die Neigung des Turms zum Kirchendach hin. Große Maueranker und mit Beton verschmierte Risse im Gemäuer zeugen davon, dass „Bewegung“ im Turm war und immer noch ist. 1931 ist ein großer Teil der Westmauer herausgebrochen, wenn man so will: auf Ansage. Ob Kirchengemeinde, Ev.-ref, Landeskirche oder Denkmalschutz: allerorten war seinerzeit und nicht erst seit gestern bekannt, dass der Turm akut gefährdet war. Ebenso fehlte es allerorten an Geld, die erforderlichen Massnahmen zum Schutz des Turms in Angriff zu nehmen. Die Kirchengemeinde wurde darauf verwiesen, es läge an ihr, tätig zu werden. Doch sie konnte es mangels finanzieller Mittel am Wenigsten. Und eines Tages war es zu spät

Das sollte sich nicht wiederholen. So veranlasste der Uttumer Kirchenrat im Jahr 2015 vorsorglich die Erstellung eines Gutachtens zum Zustand des Kirchturms. Beauftragt wurde der Architekt Ejnar Tonndorf (Oldenburg). Seinem geübten Auge und Sachverstand fielen so viele Mängel und Schäden auf, dass er in seinem Bericht vom Januar 2016 formuliert: „Heute zeigt der Kirchturm Uttum vor allem an den Außenfassaden wieder größere Schäden und Risse. Da der Turm 1930 (richtig ist 1931, doch viele Quellen enthalten das falsche Datum) fast komplett eingestürzt wäre, sollten die neu aufgetretenen sichtbaren Schäden am Turm ein ernstes Warnsignal sein“.

Nichts wie ran, könnte man meinen, doch die Bilder gleichen sich: Die finanziellen Dimensionen der erforderlichen Massnahmen überschritten die Möglichkeiten der Kirchengemeinde Uttum wiederum bei Weitem. Rund sieben Jahre dauerte es, Unterstützer*innen ins Boot zu holen, von Denkmalpflege und -schutz über die Evangelisch - reformierte Gesamtkirche bis hin zu Stiftungen. Im jüngsten Uttumer Gemeindeblatt (Heft 2, Februar/März 2023) endlich ist zu lesen, die Aufträge seien vergeben und die Arbeiten sollten im März beginnen.
Wir werden weiter berichten!

14.02.2023 Hartmut Schaudinn

Mehr zur Geschichte des Kirchturms