"Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb"

Vom Apostel Paulus stammt das Zitat in der Überschrift (2. Korintherbrief 9, 7b). Auch in der Apostelgeschichte ist nachzulesen, dass das Teilen der Gaben und die Unterstützung der Bedürftigen seit ihren Anfängen zu den Wesensmerkmalen der Kirche zählt (Apostelgeschichte 2, 44f und 4, 32ff).

Der Umgang mit Kollekten, Sammlungen und Spenden ist in der Ev.-ref. Kirche durch Kirchenrecht geregelt. Kollekten im Sinne dieses Gesetzes sind Gaben, die während eines oder im direkten Anschluss an einen Gottesdienst zusammengelegt werden. Die Kirchengemeinden sind verpflichtet, in allen Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen eine Kollekte zu erheben. Der Kollektenzweck muss vor deren Erhebung bekannt gegeben werden. Das Kollektenergebnis ist von mindestens zwei Personen zu zählen (4-Augen-Prinzio). Es muss schriftlich festgehalten und durch Unterschrift bestätigt werden. Das Ergebnis ist am darauffolgenden Sonntag abzukündigen. Die Erträge sind unverzüglich dem jeweiligen Zweck zuzuführen.

Über den Kollektenzweck bestimmen dem Grunde nach die Kirchengemeinden. Es gibt aber auch Kollekten, die von der Gesamtsynode und den Synodalverbänden festgelegt werden. Dabei wird unterschieden zwischen Pflichtkollekten und fakultativen Kollekten. Pflichtkollekten sind von allen Gemeinden verbindlich einzusammeln; bei fakultativen Kollekten handelt es sich um Empfehlungen.

Unter Einbezug der Pflicht- wie der fakultativen Kollekten erstellen in Uttum Kirchenrat und Gemeindevertretung (Vereinigte Gemeindeorgane") in einer gemeinsamen Sitzung für jedes neue Jahr einen Kollektenplan. Die so bestimmten Kollektenzwecke für die jeweiligen Sonntage werden in Uttum nicht allein im Gottesdienst bekannt gegeben, sondern zuvor im Gemeindeblatt veröffentlicht.


Empfehlungen zu den Pflichtkollekten April 2021

02.04.2021„Roter Davids- Schild“ oder AMCHA „Nationales Israelisches Zentrum zur Betreuung von Holocaust-Überlebenden und deren Familien“

Roter-Davids-Schild

Die heutige Kollekte ist bestimmt für Magen David Adom (MDA - Betonung auf 2. Silbe!), den Roten Davids-Stern, die israelische Entsprechung zum Roten Kreuz. Die Verbreitung des Coronavirus zwang Hunderttausende von israelischen Staatsangehörigen sowie Menschen aus den besetzten Gebieten in die Isolation. MDA musste seine Reaktionsmöglichkeiten sofort erweitern. Es wurden Opfer des Virus in die Krankenhäuser gebracht.

MDA kümmert sich daneben aber auch nachhaltig um ältere Menschen und Patienten in Quarantäne, die zu Hause medizinische Hilfe benötigen.MDA startete einen nationalen Notfallplan. Die Anzahl der Anrufe bei der MDA-Hotline betrug zeitweise 100.000 Anrufe pro Tag. Das ist eine völlig neue Herausforderung für die Rettungsdienste, die Personal mit geeigneter Ausbildung und Ausrüstung aufzustocken haben. Der MDA ist als nichtstaatliche Hilfsorganisation auf Spenden und unserer Kollekte angewiesen.

Verfasser: Pastor Christoph Rehbein

AMCHA

Amcha (hebräisch für: Dein Volk) ist die zentrale, 1987 gegründete Organisation in Israel zur psychosozialen, nichtmateriellen und präventiv ausgerichteten Hilfe für Überlebende des Holocaust und ihre Nachkommen.

Gegründet als jüdische Selbsthilfeorganisation nehmen heute jedes Jahr mehr als 20.000 Menschen in 15 Zentren die Hilfe von AMCHA in Israel in Anspruch. AMCHA ist eine der größten psychosozialen Hilfsorganisationen für Extremtraumatisierte weltweit.

AMCHA Deutschland wurde 1988 als Unterstützungsorganisation der Arbeit in Israel sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR gegründet. Nach der Wiedervereinigung fanden beide Vereine unter dem Namen AMCHA Deutschland zusammen. Der Verein tritt durch Projektarbeit und Fundraising in der Öffentlichkeit auf und unterstützt die psychosoziale AMCHA in Israel.

Mit dieser Kollekte kann nichts wieder gut gemacht werden. Aber wir können helfen, die Qualen der Menschen lindern, die Schlimmes erlebt haben.

Verfasser:Pastor Uwe Wiarda
 

18.04.2021
Evangelische Minderheitskirchen

Minderheiten haben es nicht selten schwer in ihrem Umfeld. Das gilt auch für evangelische Kirchen, die in Ländern Europas eine konfessionelle Minderheit darstellen. Nicht selten haben sie mit Behinderungen und auch Einschränkungen zu tun, die uns in Deutschland fremd sind.

Aufgrund ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten können sie manche Aufgaben im Bereich der Diakonie und in der Gemein- dearbeit nicht aus eigener Kraft bewältigen.

Die Corona-Pandemie im Jahr 2020 mit all ihren Folgen für das gemeindliche Leben ist für diese Kirchen in ihrer Situation zu- sätzlich in besonderer Weise herausfordernd. So ist unsere Unterstützung dieser Kirchen mit ihren reichen geistlichen Traditionen dringend notwendig.

Mit unserer Kollekte heute drücken wir unsere Solidarität mit ihnen aus und ermutigen unsere Glaubensgeschwister in ihrem Dienst und in ihrem Zeugnis als Gemeinde Jesu Christi.

Verfasser: Pastor Bernd Roters