Historische Orgel Uttum


Die Orgel in der Uttumer Kirche stammt aus der Hand eines unbekannten Meisters. Ihre Entstehungszeit wird auf die Jahre um 1660 vermutet. Sie gilt als eine der bedeutendsten Renaissanceorgeln, die noch weitgehend vollständig erhalten und spielbar ist. Die Orgel verfügt über neun Register auf einem Manual.

Disposition:

Praestant 8‘
Quintadena 16‘
Gedact 8‘
Quintadena 8‘
Octaaf 4‘
Octaaf 2‘
Sesquialtera II
Mixtur III-IV
Trompet 8‘

Manual: CDEFGA - c‘‘‘, kein Pedal

Die Orgel ist möglicherweise von Jobst Moritz Hane (1613-1672) "zu Werff Leer und Uttum Häuptling" gestiftet worden. Jedenfalls ziert ein Hahn ihre Spitze.

Die Flügeltüren wurden 1716 angefertigt, ebenso sind die Bekrönungen über den drei Pfeifentürmen aufgesetzt worden.

Die Orgel stand ursprünglich auf der Westseite der Kirche, alten Nachrichten zufolge dicht an der Turmmauer oder gar ganz oder teilweise im Turm. Als 1804 das Steingewölbe der Kirche wegen bestehender Einsturzgefahr abgebrochen werden musste, wurde sie zu ihrem Schutz "conservieret". Doch der Standort erwies sich zunehmend als schädlich für die Orgel. Durch das Geläut im Turm war sie heftigen Erschütterungen ausgesetzt. 1827-1828 hat sie der Orgelbauer A. Rohlfs an ihren heutigen Standort umgesetzt.

Über die Jahrhunderte sind viele verschiedene Reparaturen belegt. Eine umfassende Restaurierung erfuhr die Orgel 1956-57 durch die Orgelbauer Jürgen Ahrend und Gerhard Brunzema. Die Art und Weise der Restaurierung erwies sich als vorbildlich und wegweisend für zahlreiche weitere Instrumente. 

Insbesondere durch die Tätigkeit von Prof. Harald Vogel erlangte die Uttumer Orgel in der Folgezeit neue Aufmerksamkeit nicht nur in Fachkreisen. Mittlerweile wird sie als Orgel von europäischer Bedeutung eingestuft.

Heute kommen Besucherinnen und Besucher buchstäblich aus aller Welt, um dieses kostbare Instrument zu sehen und insbesondere zu hören. Auch im Krummhörner Orgelfrühling ist sie stets vertreten. Ihre Hauptaufgabe erfüllt sie jedoch nach wie vor im sonn- und feiertäglichen Gottesdienst der Gemeinde und bei Kasualgottesdiensten.

Nach sorgsamer Prüfung durch den Landeskirchenmusikdirektor der Ev.-ref. Kirche, Herrn Winfried Dahlke, ist nach mehr als 60 Jahren nunmehr eine erneute Sanierung der Orgel geboten. Im Zuge der Arbeiten ergeben sich möglicherweise weitere Erkenntnisse zu ihrer Geschichte.

Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt aus den über viele Jahre hinweg angesparten Eigenmitteln der Kirchengemeinde sowie aus Zuwendungen der Ev.-ref. Kirche. Fünfzig Prozent der Kosten werden aus Mitteln des Denkmalschutzsonderprogramms VII des Bundes getragen. Darüber hinaus haben verschiedene Stiftungen ihre finanzielle Unterstützung des Projekts zugesagt.  

Durchgeführt wird die Restaurierung im Jahr 2020. Mehr zum Verlauf wie zum Stand der Arbeiten findet sich hier.